SALSA
Ein Text von Martin Morales
Das, was man heute Salsa nennt, ist eine Mischung aus
afrokaribischen Rhythmen wie dem Son Montuno, dem Mambo,
der Bomba, der Plena u.v.a.
Manche glauben, daß die Salsa in Cuba hervorgebracht
wurde. Andere wieder halten Puerto Rico für den
Ursprung. Die Wahrheit ist, daß die Bewegung,
die diese neue Musik oder Salsa hervorbrachte,in New
York begann. Dort versuchten einige junge Musiker Sounds
und Rhythmen zu mischen und einen neuen Stil zu kreieren,der
anders sein sollte, aber gleichzeitig mit demselben
"SABOR", der die anderen afrokaribischen Rhythmen
so auszeichnete.
Zu diesen Musikern zählen u.a. Ray Barreto, Bobby
Valentin, Hector Lavoe, Willie Colon, Richie Ray, Bobby
Cruz,Ismael Miranda, Adalberto Santiago, Pete el Conde
und viele andere. Natürlich wäre diese Liste
nicht komplett, wenn wir nicht die "Großen",
wie Cortijo und natürlich "El Negrito"
Ismael Rivera erwähnen würden. Diese Künstler
spielten auf den Straßen von New York City, lange
bevor Johnny Pacheco und Jerry Masucci das "FANIA"
Plattenlabel gründeten, das den Rhythmus einer
breiten Öffentlichkeit zugänglich machte.
Während der siebziger Jahre breitete sich die
Salsa rasch aus und erregte die Aufmerksamkeit der ganzen
Welt. Heute kann man nach Japan gehen und "Salsa"
sagen und jeder weiß, wovon man spricht.
Die Musik, die in dieser Zeit entstand, bezeichnet
man als Classic Salsa. Heutzutage wird die Salsa ständig
populärer, selbst bei der Popularität, die
"Merengue" oder "Latin Rock" heute
haben.
Salsa war das Ergebnis einer musikalischen Evolution
verschiedenster Musikstile. Es begann im New York der
dreißiger Jahre unter dem Einfluß verschiedener
lateinamerikanischer Musikrichtungen und des Afro -
Jazz. Aufgrund sozialer und politischer Unterdrückung
emigrierten oder flohen viele Menschen ins Exil nach
New York oder anderen amerikanischen Städten. Es
waren diese Kariben, die im New Yorker Stadtteil Spanish
Harlem aufwuchsen, die dieses spezielle Rezept aufkochten,
zusammen mit anderen Musikern in der Karibik.
Einige Visionäre sahen die Gelegenheit, diese
ansteckende Musik populär zu machen. Der Bandleader
Johnny Pacheco und der Filmproduzent Jerry Masucci gründeten
eine kleine Plattenfirma namens FANIA und organisierten
ein Konzert im Herbst 1973, welches zu einer Sternstunde
in der Geschichte der lateinamerikanischen Musik wurde.
Nachdem mehrere eingeladene Bands ihr Programm beendet
hatten, begann der Ansager des Yankee Stadiums in New
York die Liste der Stars abzulesen, die man allgemein
FANIA ALL STARS nannte. Dieses unglaubliche Aufgebot
hatte seinen ersten Titel noch nicht beendet,da stürmten
bereits viele der 40000 Zuhörer die Absperrung
um ihren Stars wie Victor Paz, Willie Colon, Ray Barreto,
Bobby Valentin, Larry Harlow, Hector Lavoe und Cheo
Feliciano näher zu sein. Das Konzert wurde abgebrochen
und die Kontroverse, die die folgenden Konzerte begleitete,
gaben Jerry Masucci die Gelegenheit, einen Werbefilm
für Salsa zu machen.
Der Film "Salsa", mit dem Filmmaterial des
Konzerts und eingefügten Bildern aus dem Hollywood
Archiv, wo berühmte Leute an berühmten Schauplätzen
scheinbar zu Salsarhythmen tanzten, fand großen
Anklang bei der amerikanischen Konsumgesellschaft, weil
er Salsa als ein weiteres Produkt "Made In U.S.A."
darstellte. "FANIA" leistete den Hauptbeitrag
zu dem folgenden Boom, der als "Latin Sound Of
New York" bekannt wurde und dem auch viele andere
bereits etablierte Künstler, wie Tito Puente und
Celia Cruz angehörten. Johnny Pacheco und Jerry
Masucci hatten ein exportierbares Produkt geschaffen,
das um die Welt ging und Augen und Ohren öffnete
für die Latin Music, wo immer sie auch auftraten.
Einige Songs waren original, aber andere gestohlen
von kubanischen Künstlern.Das war nur möglich
wegen der Blockade Kubas.
Von 1982 an nahmen die Fania All Stars mehrere Alben
auf. Viele davon waren Konzertmitschnitte ihrer Musik,
die von einer Mischung aus Jazz und afrokaribischen
Rhythmen geprägt war.
1974 wollte Jerry Masucci etwas neues kreieren. In
diesem Jahr nahm er das Album "Latin Soul Rock"
auf, ein kommerzielles Produkt, das versuchte, Latin
Music mit verschiedenen anderen populären Musikrichtungen
zu vermischen. Was das Album vor einem Flop bewahrte,war
ein Song von Cheo Feliciano,"El Raton" oder
"Die Maus", der erste wirkliche Hit des Salsa
Booms.
Aufgrund seiner kommerziellen Ausrichtung und des finanziellen
Erfolges wurde das Fania Label bald des Verrats an den
Traditionen der Latin Music bezichtigt und der Boom
endete. Glücklicherweise ereilte die "andere"
Salsa, die in den karibischen Straßen New Yorks
produziert wurde, nicht dasselbe Schicksal.
Salsa hat den Durchbruch zur internationalen Anerkennung,
nicht zuletzt auch dank des Erfolges des "Buena
Vista Social Club", geschafft.
Die siebziger Jahre sahen den Salsa Boom. In den achtziger
Jahren wurde die "Salsa Romantica" oder "Salsa
Erotica" populär. Sie zeichnet sich im allgemeinen
durch einfache Texte und ebenso einfache Orchesterarrangements
aus.
Hauptvertreter dieser Richtung waren u.a. Lalo Rodriguez,
Eddie Santiago und Gilberto Santa Rosa.
Die "Salsa Romantica" irritierte die Salseros,
aber interessierte eine neue Zuhörerschaft und
ihre Platten verkauften sich weltweit.
Ein anderes Phänomen war der rasante Aufstieg
des "King Of Merengue", Juan Luis Guerra,
der mit seinen Konzerten und Aufnahmen großen
Zuspruch unter der heutigen Jugend genießt.
Was für Lateinamerika Juan Luis Guerra ist, das
ist Gloria Estefan für Europa. Mit ihrem Hit "Conga"
stürmte sie in den achtziger Jahren die Hitparaden
Europas und ist seitdem ein fester Bestandteil auch
der dortigen Musikszene.
Heute kann man sagen, daß Salsa gerade einen
weltweiten Boom erlebt. Überall entstehen Salsadiskotheken,
es gibt Salsa Tanzschulen und sogar eine weltweit bekannte
japanische Salsa Band...
Dies alles verdanken wir aber vor allem der Verschiedenartigkeit
der Salsa Rhythmen, vom traditionellen Son Cubano über
den Mambo der dreißiger Jahre bis hin zur New
York Salsa der siebziger und achtziger Jahre. Heute
gibt es eine große Anzahl verschiedenster Arten
der Salsa,wie z.B. der Timba, dem Salsa - Rap, der Techno
- Merengue oder dem Salsa - Reaggae.
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